Die Quellen der Chinesische Medizin liegen im daoistischen und konfuzianischen Weltverständnis und in früher Volksmedizin. Sie hat eine über 2000-jährige Tradition. Krankheit wird als Störung im ungehinderten Fluss der Lebensenergien (Qi)1 verstanden.
In der Chinesischen Medizin denken wir in Modellen wie Yin und Yang, den fünf Wandlungsphasen und den sogenannten Organfunktionen. Leitbahnen, auch Meridiane genannt, bilden die „Flussbetten“ in denen die Energien durch den Körper strömen. Auf den Leitbahnen befinden sich Akupunkturpunkte, die von mir in der Therapie behandelt werden. Einer meiner Lehrer ( Wang Ju-Yi ) beschrieb sie als eine Art natürlicher Häfen im Verlauf der „Flüsse“ (Leitbahnen), die Zugang zum Energiestrom ermöglichen.
Ich verstehe die Arbeit mit Chinesischer Medizin als Unterstützung des Qi- Flusses. Die Behandlung soll körpereigene Kräfte aktivieren und Selbstregulationen des Systems ermöglichen. Erkrankungen, für die eine Akupunkturbehandlung empfohlen wird, hat die Weltgesundheitsorganisation in der hier aufrufbaren Liste zusammengestellt.
Akupunktur
Die Akupunktur hat auf die Leitbahnen, die Organe und das Herzkreislaufsystem regulierende Wirkung. Mit sehr dünnen Nadeln wird an ausgewählten Punkten die Zirkulation des Qi beeinflusst. Das Einstechen der Nadeln ist weitestgehend schmerzfrei, sie verbleiben 5 bis 20 Minuten am Akupunkturpunkt. Ich verwende zudem sogenannte Nichtinvasive Akupunkturnadeln ( Teishin2 ). Dabei wird der therapeutische Reiz ohne Verletzung der Hautoberfläche appliziert.
Moxibustion
Wolle aus den Blättern des Beifußes (Artemisa vulgaris) wird auf Akupunkturnadeln verbrannt. Ebenso verwende ich Anwendungstechniken der Moxibustion, die vor allem aus der Japanischen Akupunkturtherapie stammen. Es werden lokale Wärmeanwendungen sehr gezielt an Akupunkturpunkten angewendet. Dadurch wird die behandelte Leitbahn gewärmt und das Qi wird bewegt
Schröpfen
Mit einem Schröpfkopf wird ein Vakuum über der Haut erzeugt. Schröpfbehandlungen werden in vielen Kulturkreisen als Ausleitungsverfahren angewendet. Es kommt zu einer Anregung der lokalen Durchblutung und einer Regulation des Muskeltonus unter dem behandelten Areal. Im Sinne der Chinesischen Medizin kommt es zu einer Anregung der Organfunktionen.

Ernährungsberatung
Zur umfassenden Betreuung der Patienten und Patientinnen im Sinne der Chinesischen Medizin gehört auch die Veränderung der Ess- und Lebensgewohnheiten zur Minderung der Symptome der vorliegenden Erkrankungen. In der chinesischen Diätetik werden Nahrungsmittel entsprechend ihrer energetischen Wirkung ausgewählt und zusammengestellt. Ziel ist es einen möglichst langanhaltenden Therapieerfolg zu erreichen und die Fähigkeiten der behandelten Person zu erweitern, die eigene Situation zu verstehen und beeinflussen zu können.
Teemischungen
Ich verordne Tees aus einheimischen oder traditionell lange hier verwendeten Kräutern. Diese Kräuter wende ich unter Gesichtspunkten der Chinesischen Medizinkonzepte an. Für jede Patientin / jeden Patienten wird ein individueller Tee passend zum aktuellen Beschwerdebild zusammengestellt und für begrenzte Zeit verordnet.
Behandlung von Kindern
Kinder sprechen auf die Stimulation von Akupunkturpunkten in der Regel gut an, so dass die Sitzungen kürzer sind und seltener stattfinden als bei Erwachsenen. Meist zeigen auch sanftere Reize, wie das Aufkleben von Samenkörnern oder spezielles Bestreichen der Leitbahnen einen guten Behandlungserfolg.
Behandlung von Schwangeren
Durch eine begleitende Akupunktur soll die Gesundheit der Schwangeren und die Entwicklung des Kindes positiv unterstützt werden. Ebenfalls kann eine Behandlung mit Akupunktur nach der Entbindung hilfreich für eine gute Erholung im Wochenbett sein.
Empfehlungsliste für Akupunkturbehandlungen der WHO (Auszug)
Atemwegserkrankungen (Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Bronchitis, Asthma), Magen-Darm-Erkrankungen (Magenschleimhautentzündung, Verstopfung, Durchfall), Schmerzen (Kopfschmerzen, Lendenschmerzen, Ischias-Beschwerden), Bewegungsapparat (Arthritis, Schultersteife, Tennisellenbogen), Gynäkologie (Menstruationsbeschwerden)

